Struktur

Der Familienbund ist eine Gemeinschaft von Ehepaaren mit Führungsfähigkeiten, die frei, tatkräftig, modern, apostolisch  und einsatzbereit mitten in der  Welt leben. In inniger Verbindung mit der Kirche bemühen sie sich, im Geist der Evangelischen Räte und aus dem auf Familie hin orientierten Charisma P.Kentenichs von Schönstatt aus für die marianische Erneuerung der Welt in Christus zu wirken.

Um diese Ziele zu erreichen, hat Pater Josef Kentenich eine originelle organisatorische Struktur grundgelegt ohne juristische, die Zugehörigkeit formalisierende Bindungen. Kennzeichen dieser Struktur sind drei wesentliche Werte, die sowohl  diese Struktur selbst, als auch die Beschlussfassung, die Einhaltung von Vorsätzen, das Gemeinschaftsleben und die gemeinsamen Statuten inspirieren: Hochherzigkeit, Freiheit und Geistpflege.

Aufgrund dieser Struktur gehört jedes Ehepaar in der weiten Gemeinschaft des Bundes zwei Gemeinschaftsformen an: der “freien” Gemeinschaft und der “offiziellen” Gemeinschaft.

Freie Gemeinschaft

Die freie Gemeinschaft besteht aus den Kursen, in die die Ehepaare aufgenommen werden. Diese Kurse sind Gruppen von 5 bis 15 Familien, die sich vor allem zu innerer Formung und geistlichem Wachstum zusammenfinden. Sie werden zu “Lebensschulen” und bieten einen geeigneten Rahmen für zunehmende Identifikation mit dem Lebensstil des Bundes und für die Gestaltung der eigenen ehelichen, familiären und gemeinschaftlichen Identität. Sie sind Lebenszentren, pflegen enge Gemeinschaft und helfen dabei, dass sich das Bild, das Gott von jedem einzelnen hat, ausprägen kann.

Im Kurs findet die Bundesfamilie auch einen geschützten Raum, eine Heimat, in der  sowohl während der Kandidatur als auch in der darauf folgenden Zeit der Mitgliedschaft  gemeinsam gearbeitet wird an der Weiterentwicklung der Einzelperson, des Ehepaares und der Familie. Der Kurs wird so nach und nach zu einer erweiterten Familie.

Zum Kurs  gehört jede Familie für das ganze Leben. Dort fügt sie sich in Freiheit ein und wird – wie in einer Familie – aufgrund ihrer reichen Originalität geschätzt. Jede Kursgemeinschaft verwirklicht ihre Originalität durch ihr Kursideal,  aus dem die Lebensströme hervorgehen, die dem Leben der gesamten Bundesgemeinschaft Dynamik verleihen.

Die offizielle Gemeinschaft - Regionen

Die offizielle Gemeinschaft setzt sich zusammen  aus Ehepaaren verschiedener Kurse. Sie bilden wohnortnahe Gruppen, die sich in Regionen (auch Diözesangemeinschaft oder Gau genannt) organisieren. Mehrere Regionen schließen sich zu einem Territorium zusammen.

Die Zugehörigkeit zu den Gruppen der offiziellen Gemeinschaft  bewahrt die Kurse davor, sich abzukapseln und gibt ihnen die Gelegenheit, den Reichtum ihrer Kursideale gegenseitig auszutauschen.

Durch die Bundesweihe wird man Mitglied in der offiziellen Gemeinschaft. Die Zusammenstellung der Gruppen kann sich aus verschiedenen Gründen, z.B. Wohnortwechsel, ändern. Ihre maßgebliche Aufgabe ist es, der Bundesfamilie ein Ambiente zu bieten, das sie hinführt und befähigt  zum Apostolat.  Die Struktur der offiziellen Gruppen ist so offen, dass sie Familien, die in ein fremdes Land umziehen müssen, in einem anderen territorialen Bund einen Ort der Beheimatung bietet.

In den Gruppen werden die Zeichen der Zeit bedacht, weil sie Anrufe des dreifaltigen Gottes und der Gottesmutter an uns und für unser Leben erkennen lassen.

Die Gruppen sind die “Werkstätten”, in denen Führungskräfte Schönstatts in die katholische Vision Pater Kentenichs von der Welt, in der sie handeln sollen, hineinwachsen.

Territoriale Gemeinschaft

Zur territorialen Gemeinschaft gehören gleicherweise die freien wie die offiziellen Gemeinschaften – die regionalen Diözesangemeinschaften und die Kandidatenkurse, die noch nicht in die Regionen integriert sind. 

Die Regionen wachsen und entwickeln sich, und konstituieren sich als autonome Gemeinschaften. Jedes Territorium, das mehrere autonome Regionen hat, erreicht seine Autonomie und wird  in den Internationalen Apostolischen Familienbund integriert, womit es seinen endgültigen Platz findet.

Internationale Gemeinschaft

„Die Territorialen Bundesgemeinschaften bilden unter einer Internationalen Leitung organisatorisch und lebensmäßig eine familienhafte Einheit. Die familienhafte Einheit drückt sich aus in einem betont föderativen Leitungsstil auf allen Ebenen, der die Prinzipien von Solidarität, Subsidiarität und Personalität beachtet.” (Beschluss des konstuierenden Kapitels des Internationalen Familienbundes, Schönstatt, Januar 2005)

Die Aufgabe der internationalen Leitung ist es, dem Leben der Internationalen Gemeinschaft, ihrer Kommunikation und ihrer wachsenden Integrierung zu dienen. Sie hat die Verantwortung für die Gründung des Apostolischen Familienbundes in neuen Territorien, begleitet des Wachstums der jungen Territorien und vertritt den internationalen Familienbund vor dem Schönstattwerk, der Kirche und der Gesellschaft.

Leitungs- und Führungssystem

Jede organisatorische Einheit im Familienbund wählt sich ihre Leitung und delegiert an sie die Aufgabe, die Gemeinschaft familienhaft zu führen und sie den gemeinsamen Zielen näherzubringen. Von unten nach oben werden, wie es der föderativen Identität entspricht, Verantwortungen und Autorität an die nächst höhere Instanz delegiert. So hat jede Gruppe und jeder Kurs eine Führerfamilie, jede Region hat eine regionale Leitung und eine Leitungsfamilie, jedes Territorium hat eine Territoriale Leitung und eine Leitungsfamilie, und die Internationale Gemeinschaft hat ihre internationale Leitung und ihre Leitungsfamilie.

Im Spannungsfeld dieser Wiege und Werkstatt wurden und werden weiterhin starke, freie und religiöse Persönlichkeiten geprägt, die sich dem Gemeinwohl verschreiben. Diese Prägung erfasst nicht nur die Mitglieder des Bundes, denn da es sich um Familien handelt, geht der Einfluss weit über die einzelnen Ehepaare hinaus.

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